Mein bester bester Freund
Illustration: Olivier Tallec
Aus dem Französischen von Ina Kronenberger
34 Seiten
ab 4 Jahren
€ 15,00

„Auf meinem Spaziergang heute Morgen habe ich einen besten Freund gefunden“, denkt Eichhörnchen. Nach einem besten Freund sucht es schon lange. Bis es sich traut, Pilz Pok anzusprechen, dauert es aber ein wenig. Doch bald verbringen Eichhörnchen und Pok ihre Zeit gemeinsam, zeigen einander Orte und Dinge, die man nur einem besten Freund anvertraut. „Einen besten Freund gibt’s nur einmal und mit ihm erlebt man seine schönsten Momente“, findet Eichhörnchen. „Selbst unschöne Momente werden dann irgendwie schön.“ Die Zeit vergeht. Als der Frühling kommt, ist plötzlich Mücke Momo da. Nun sind sie zu dritt. Und Eichhörnchen hat ein Problem: Ist Momo der bessere beste Freund oder Pok? Eichhörnchen will nur einen besten Freund, nicht zwei oder gar drei – denn dann taucht auch noch Mäuserich Günther auf …

Anfängliche Befangenheit und baldiges Verbundensein der zahlenmäßig immer mehr werdenden Freunde illustriert Olivier Tallec mit wenigen Strichen, Witz und trockenem Humor. Der Wald zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten ist Handlungsort. Großformatige Bilder wechseln mit freigestellten Illustrationen, die sich auf die Protagonisten fokussieren. Tallecs Aquarelle strahlen in den Farben Orange, Braun und Grün. In der Buchmitte, auf dem einzigen textlosen doppelseitigen Bild, zeigt der Autor und Illustrator den Höhepunkt der freundschaftlichen Vertrautheit von Eichhörnchen und Pok beim Schneepilzbauen. Doch mit dem Frühling endet die Zweisamkeit und etwas Neues beginnt.

Das aus anderen Büchern bereits bekannte Eichhörnchen (u. a. Das ist mein Baum) erzählt aus der Ich-Perspektive in knappen Sätzen, mal rückblickend, mal in der Gegenwart. Körperhaltung, Mimik und Blicke der Protagonisten sind pointiert gezeichnet und zeigen ihre Emotionen, während der Text Eichhörnchens innere Auseinandersetzung mit seiner Vorstellung von Freundschaft verdeutlicht. Tallecs große Kunst ist die Darstellung von Schweigen und Unbehaglichkeit angesichts neuer Kontaktaufnahmen, was nicht nur Kindern vertraut sein dürfte.

Tallecs Bilderbuch stellt die Idee vom einzigen besten Freund, die Kinder häufig beschäftigt, infrage. Kinder werden Freude daran haben, die Geschichte ab der Ankunft Günthers, des Vierten im Bunde, weiterzuerzählen, wobei ihre eigenen Vorstellungen von Freundschaft mit einfließen können.