Cover: Ole Könnecke, Sport ist herrlich

„Sport ist herrlich“ verkündet der Titel von Ole Könneckes neuestem Bilderbuch. Diese Behauptung untersetzt der Hamburger Illustrator in Wort und Bild, indem er vom weltweit populären Fußball bis zu regionalen Kuriositäten viele Arten Sport zu treiben vorstellt. Allein die Vielfalt ist ein Novum. Als „herrlich“ bezeichnet Könnecke jedenfalls alle – bis auf den „abscheulichen“ Zwergenweitwurf. Letzteres verweist – wie bei diesem Künstler nicht anders zu erwarten – auf dessen humorvoll-ironische Herangehensweise. Meist augenzwinkernd mischt Könnecke in knappen, pointierten Texten Wissenswertes mit Unterhaltsamem. Dazu gehören kurze Einführungen in Ideen und Regeln des Mannschaftssports, Aussagen über die Freude am Gewinnen und den Rausch der Geschwindigkeit bis hin zur Lust am Bewegen überhaupt.

Der trockene Humor, der die Texte auszeichnet, findet vielfältige Entsprechungen in cartoonähnlichen, aquarellierten Federzeichnungen. Als „Sportler“ schickt Könnecke anthropomorphisierte Tiere ins Rennen, deren körperliche Eigenschaften, Herkunftsregionen oder Gebaren häufig mit den betriebenen Sportarten korrespondieren: die zähen Eishockeywölfe, die britisch-vornehmen Golfbeagles oder die aufrecht-korrekten Pinguinschiedsrichter … Offensichtliche Bild-Gags, wie der die Mitspieler überragende Elefant beim Basketball, wechseln mit subtileren Angeboten, wie die im Ruderachter sitzenden Lemminge. Manchmal steckt die Komik allein in den Bildfolgen, wie die von der beim Stabhochsprung durch einen Schmetterling abgelenkte Giraffe oder sie ergibt sich aus dem Textkommentar: „Eine der einfachsten Sportarten ist das Ball hin- und herwerfen. Ball hin- und herwerfen geht so: Man nimmt einen Ball und wirft ihn hin und her.“

Dass Kinder und Erwachsene mit „Sport ist herrlich“ auf ganz verschiedenen Text- und Bildebenen emotional und/oder intellektuell angesprochen werden, macht die Qualität dieses Sport-Bilderbuches aus. Die von Könnecke eingangs aufgestellte „Theorie“, „herr“licher Sport sei zunächst nur von feinen „Herr“schaften betrieben worden, könnte anhand der entsprechenden Bildfolge am Beginn einer Buchvorstellung thematisiert werden. Seit wann und warum treiben Menschen Sport? Welche Sportarten kennen die Kinder? Welche treiben sie selbst und was muss man dafür können?

Anja Krauß