Cover: Ovreas, SuperMatze

Im zweiten Band des norwegischen Künstlerpaares steht Matze, bekannt aus „Super-Bruno“ (2016), im Mittelpunkt des Geschehens. Er will Sandy, das gerade zugezogene schwarzgewandete und schwarzhaarige Mädchen mit dem Stargehabe beeindrucken. Dafür kommt er auf eine Idee: Er wird das preisgekrönte Huhn des Bürgermeisters entführen, um es später als strahlender Erlöser zurückzubringen, wonach die örtliche Zeitung auf der Titelseite von der grandiosen Rettungstat berichtet, was die coole Sandy liest und in Liebe entflammen lässt … Das Ganze läuft schief, weil das Huhn tatsächlich verschwindet, nachdem es Matze in seinen Besitz gebracht hat. Nun sind die Freunde gefragt. Bruno wird – wie schon im 1. Band – per brauner Sofadecke zum Superhelden „Brauno“. Laura steht im blauen Kostüm als Helferin „Super-Blaura“ bereit, um die „Leihgabe“, wie Matze das Huhn nennt, wieder zu beschaffen. Mit sehr eigenwilligen Methoden suchen und finden die Kinder das Tier, zwar arg zerrupft, aber Ende gut, alles gut!

Der Autor verschafft dem unterhaltsamen Text durch eine Erzählinstanz, die an den Haupthelden gebunden das Geschehen überschaut, einen lakonisch-naiven und witzigen Erzählton. Die Ideen der Kinder, wie sie als Spione die jeweilige Lage peilen, durch eine Waffelback-Aktion vom eigentlichen Vorhaben ablenken (und dabei noch zu Geld kommen) und schließlich dem wirklichen „Dieb“ das Huhn abjagen, begeistern durch Einfachheit und Genialität. Dabei nutzen die drei nur ihre Beobachtungen der Erwachsenenwelt.

Der Erzähltext wird durchgängig mit comicähnlichen Strich-Illustrationen begleitet. Deren farbige Flächen betonen entweder den Handlungsort oder ein Detail. Mal werden Requisiten vorgestellt, mal wird eine Figur charakterisiert oder aus der Vogelperspektive den Vorbereitungen des Trios zugesehen. Zu letzterem gehören: Comics als Ratgeber lesen, Walkie-Talkie ausprobieren, Lagepläne entwerfen. Die Kinder wagen sich in die Nacht, stehen Ängste durch, vertrauen aber auf ihre Fähigkeiten, beflügelt von Phantasien über eigene omnipotente Superkräfte. Dabei stehen sie den Phantasien vieler Erwachsener in ihrer Umgebung in nichts nach.

Matzes Wunsch, andere zu beeindrucken, ist vielen Kindern vertraut. Welche Erfahrungen haben sie bei der Umsetzung ihrer Ideen gemacht? Vielleicht haben sie einen Rat für Matzes nächsten Versuch, Sandy zu beeindrucken?

Sabine Mähne