Cover: Grzegorz Kasdepke, Das Tier in meinem Bauch

Dass es im Bauch grummeln kann, weiß jeder. Aber wer kann es (sich) auch erklären?

Die kleine Ich-Erzählerin in der lebensnahen, Kinderphantasien abgelauschten Geschichte schon: „In meinem Bauch wohnt ein Tier“, erzählt sie Mama, Papa, dem Bruder, Oma, Opa … und Tierbesitzern im Park. Davon unbeirrt, dass keiner sie ernst nimmt, versucht das Mädchen herauszufinden, was für ein Tier es sein könnte, spricht mit ihm – und bemerkt, dass es genau das gern isst, was es selber mag. Im Kindergarten stößt die Kleine endlich auf offene Ohren, dabei jedoch zugleich auf ein neues Problem: Wenn nun das Tier so groß wird wie eine Kuh und ihr Bauch dann platzt? Hilft es da vielleicht, nichts mehr zu essen? Aber nach einer „Schale voller bunter Eiskugeln“ verschwindet das Tier plötzlich und taucht erst vor dem Abendessen wieder auf – im Bauch des Bruders! Nun ist das Mädchen „ein bisschen eifersüchtig“.

In 15 kurze Kapitel eingeteilt, einfach, dialogreich und humorvoll-hintergründig erzählt, eignet sich die originelle Geschichte wunderbar zum Vorlesen und zum Weiterspinnen: Wird das Tier immer weiterwandern? Womöglich in den eigenen Bauch? Was fräße es hier am liebsten und wie hörte es sich an? Würde man es behalten wollen oder lieber vertreiben? (Es wäre schade, ‚nur‘ das Hörbuch einzulegen und dadurch Gesprächspotenziale nicht zu nutzen.) Ergänzend zu gemeinsamen Leseerlebnissen fügen die vielfältigen, den Text durchgehend begleitenden Illustrationen noch etliche erzählerische Details hinzu. Sowohl Hintergründe als auch figürliche Merkmale sind in warmen und zarten Farbtönen (vornehmlich orange und türkis) gestaltet, was eine freundliche Gesamtatmosphäre schafft; selbst die Nacht ist keineswegs stockdunkel. Ein paar kräftigere Farbtupfer kennzeichnen quasi realistisches gegenständliches Interieur. Comicartige Figuren und skizzenhafte Zeichnungen scheinen Kindermalereien ‚abgeguckt‘. Etliche grafische Elemente, darunter verschiedene Papiersorten, Schrifttypen, Denkblasen oder Strichlinien lenken die Aufmerksamkeit und Blicke auf eben die Details, die zusätzliche Erzählanlässe bieten, wie z. B. die „Anzeige“ am Buchende.

Edda Eska