Cover: Sonja Danowski, Smon Smon

Sonja Danowski Bilderbuch entführt auf einen Planeten, auf dem alles rund ist: Auf Gon Gon lebt Smon Smon, ein dickbauchiges, puppenartiges Wesen mit übergroßem Kugelkopf, Ziehharmonikahals, Katzennase, Apfelbäckchen und Menschenaugen. Smon Smon ernährt sich von Ron Rons und zieht los, welche zu suchen. Unterwegs stürzt es in eine Felsspalte, wird aber von kräftigen Klon Klons mittels eines Lon Lon gerettet. Erschöpft bettet sich Smon Smon in die Blüte eines über Nacht schnell wachsenden Pon Pon, landet aber am Morgen dank der Hilfe eines Flon Flon wieder auf dem Boden. Ende rund, alles rund: Smon Smon kehrt mit Ron Rons nach Hause zurück, wo ein zweites Smon Smon es erwartet …

Danowskis Phantasieplanet spiegelt eine intakte Welt, worin belebte und unbelebte Natur im Einklang sind. Visuell versinnbildlicht Danowski ihre Utopie durch runde Formen, welche Figurendarstellungen, im Fokus stets Smon Smon, und viele Details in den Bildern bestimmen. Da sich Danowski in ihren mit Aquarellfarben kolorierten Bleistiftzeichnungen auf wenige Farbtöne beschränkt (braun, rot, grau, blau), strahlt ihre monochrome Planetenlandschaft etwas geheimnisvoll Fremdartiges aus. Aber nicht nur innerhalb der doppelseitigen Illustrationen bzw. der wenigen in Spalten gesetzten Bildfolgen läuft alles rund. Auch im Text findet sich durchgängig das runde O. Die einsilbig-gedoppelten Bezeichnungen für alles Existierende mit gleichen Anlauten und „on-on“-Endungen verleihen dem Text einen eigenwilligen Rhythmus, einen sonoren Klang und auch eine gewisse Komik. Wer oder was jedoch wie bezeichnet wird – Lebewesen, Früchte, Steine o. a. – erschließt sich nur über die Zuordnung zur diesbezüglichen Illustration, so dass Text und Illustration – entsprechend dem Leben auf Gon Gon – eine harmonische Gemeinschaft bilden.

Das Buch besticht somit weniger durch seine linear erzählte Abenteuergeschichte als vielmehr durch die geniale Bild-Text-Kombination, welche Kinder im Vorschulalter zu entsprechenden Verknüpfungen und darauf aufbauend zu eigenen Wortschöpfungen animieren kann. Analog zu Smon Smon, Ton Ton, Won Won usw. können Kinder weitere Begriffe für Figuren, Dinge oder Handlungen finden, egal ob im Buch oder im eigenen Umfeld. Dabei ist zweitrangig, wie gut die deutsche Sprache beherrscht wird. „Smon Smon“ eignet sich sehr gut für den Einsatz in interkulturellen Kita- und Grundschulgruppen. Auf poetisch-lustvolle Weise könnten die Kinder eine gemeinsame Phantasiesprache erfinden und diese auf einem eigenen Wunschplaneten erproben.

Annette Wostrak