„Wäre es nicht schön, wenn wir nicht tagein, tagaus jagen und sammeln müssten?“, fragt der Fuchs den Bären und hat auch schon eine Idee, wie sie vorgehen müssten. Durch das Vorhaben von Fuchs hätte Bär mehr Zeit für Sonnenuntergänge, Beerenpflücken und das Nickerchen auf seinem Lieblingsbaum, und Fuchs könnte mehr Schätze sammeln, statt Eier aufzuspüren. Beide legen also Felder an und bauen Käfige für Gänse. Das ist viel Arbeit. Bald plant Fuchs eine Maschine, die ihnen die Arbeit noch weiter erleichtern soll. Dafür fällt Bär Bäume und gräbt Gruben. Für Nickerchen und Sonnenuntergänge ist keine Zeit mehr. Doch Fuchs hat schon die nächste Idee, wie alles noch größer und schneller werden könnte. Erschöpft stellt Bär irgendwann die Frage: „Wäre es nicht schön, wenn wir nicht ständig immer arbeiten müssten?“

Miriam Körner, Autorin und Illustratorin von Kinder- und Jugendbüchern, erzählt diese Geschichte, die an Heinrich Bölls Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral (siehe auch Der kluge Fischer) erinnert, als Fabel auf zwei Ebenen. Fuchs und Bär agieren mit den ihnen zugeschriebenen Charakteren: der eine schlau planend, der andere naiv gutmütig. Auf der Metaebene spiegeln das Streben nach Effizienz und fortwährendem Wachstum sowie seine ökologischen Konsequenzen den aktuellen spätkapitalistischen Zustand der Welt. Anhand der dargestellten Pflanzen- und Tierwelt lassen sich Umweltveränderungen ableiten, die dem menschengemachten Klimawandel entsprechen: Abholzung oder der Verlust von Biodiversität.

Ressourcenschonend gestaltete Miriam Körner das Buch aus Altkarton und baumfreiem Papier. Wie in einem Diorama agieren die flächigen Figuren in dreidimensionalen, verschieden großen Raumausschnitten. Die Beige- und Brauntöne des Kartons dominieren zusammen mit Rot und Weiß die Collagen. Neben den mit Cutter ausgeschnittenen Baumstämmen lassen sich filigrane Scherenschnitt-Details wie Vogelnester, Wiesenstücke oder der blaue Schmetterling entdecken. Besonders eindrucksvoll sind die mit Wellpappe gestalteten Maschinenkonstruktionen – Eiersammler und Vogelfütterer, Dampfmaschine oder der gigantische Kran.

Nach dem Vorlesen und Betrachten der ersten sechs Doppelseiten, können Kinder überlegen, was Fuchs und Bär planen, damit sie nicht mehr jeden Tag arbeiten müssen.